Berufliche Klarheit finden: Die 7 Schritte Methode für deinen nächsten Karriereschritt
Stehst du morgens auf und fragst dich: „Ist das wirklich, was ich will?“ Spürst du ein Unbehagen im Job, ohne genau zu wissen, wohin dich dein Weg führen soll?
Du bist damit nicht allein. Viele Berufstätige fühlen sich in ihrer aktuellen Position orientierungslos.
Nach außen wirkt alles erfolgreich, im Inneren fehlt jedoch die berufliche Klarheit darüber,
welcher Karriereschritt der richtige ist.
Berufliche Klarheit ist kein Zufall. Sie entsteht durch einen strukturierten Prozess,
in dem du ehrlich mit dir selbst wirst, deine Werte kennst und bewusst Schritte planst.
In diesem Leitfaden zeige ich dir eine bewährte 7 Schritte Methode,
mit der du Orientierung gewinnst und deinen nächsten Karriereschritt selbstbewusst planst.
Warum berufliche Klarheit so wichtig ist
Klarheit ist die Grundlage für jede erfolgreiche Karriereentscheidung. Ohne Klarheit:
- triffst du Entscheidungen aus Angst statt aus innerer Überzeugung
- orientierst du dich an externen Erwartungen statt an deinen eigenen Werten
- verlierst du Zeit und Energie in Jobs, die dich nicht wirklich erfüllen
- erhöht sich das Risiko für Burnout und chronische Unzufriedenheit
Mit beruflicher Klarheit dagegen:
- weißt du, wofür du jeden Morgen aufstehst
- triffst du Entscheidungen, die zu dir und deinen Werten passen
- findest du Arbeit, die dich langfristig motiviert
- gestaltest du deine Karriere aktiv statt nur auf äußere Umstände zu reagieren
Die folgende Methode hilft dir, diese Klarheit Schritt für Schritt zu entwickeln.
Die 7 Schritte Methode für berufliche Klarheit
Schritt 1: Selbstreflexion und Bestandsaufnahme deiner aktuellen Situation
Bevor du weißt, wohin du willst, musst du verstehen, wo du gerade stehst.
Frage dich:
- Was macht mich in meinem aktuellen Job unzufrieden?
- Welche Momente haben mich in letzter Zeit erfüllt?
- Was will ich auf keinen Fall mehr erleben?
- Wann fühle ich mich lebendig und energiegeladen?
Praktische Übung: Das Energie Audit
Führe eine Woche lang ein „Energie Tagebuch“ und notiere dir jeden Tag:
- Welche Tätigkeiten haben dir Energie gegeben?
- Welche Tätigkeiten haben dich ausgelaugt?
- Welche Situationen haben dich in den Flow gebracht?
Am Ende der Woche erkennst du Muster. Diese zeigen dir, was du in deiner Karriere verstärken und was du reduzieren möchtest.
Schritt 2: Werte identifizieren, dein innerer Kompass
Deine Werte sind die Grundlage für berufliche Zufriedenheit. Wenn dein Job im Widerspruch zu deinen Werten steht, wirst du langfristig nicht glücklich sein, egal wie gut das Gehalt ist.
Wichtige Berufswerte im Überblick
- Autonomie: Freiheit in Entscheidungen und Arbeitsweise
- Sinnhaftigkeit: Einen Beitrag leisten, der über dich hinausgeht
- Wachstum: Kontinuierliche Entwicklung und Lernen
- Stabilität: Sicherheit und planbare Strukturen
- Kreativität: Raum für Innovation und neue Ideen
- Teamwork: Zusammenarbeit und soziale Verbindung
- Leadership: Verantwortung übernehmen und andere führen
- Work Life Balance: Raum für Familie und Privatleben
Praktische Übung: Die Top 5 Werte Methode
- Schreibe alle Werte auf, die dir wichtig sind (rund 20 bis 30 Werte).
- Streiche alles, was nicht absolut essenziell ist.
- Reduziere weiter auf deine Top 5 Werte.
- Bringe sie in eine Rangfolge, wobei 1 der wichtigste Wert ist.
- Prüfe anschließend: Spiegelt dein aktueller Job diese Werte wirklich wider?
Wenn dein Job gegen deine drei wichtigsten Werte verstößt, wird dich keine Beförderung dauerhaft zufrieden machen.
Schritt 3: Stärken erkennen, was du wirklich gut kannst
Viele Menschen haben eine verzerrte Wahrnehmung ihrer eigenen Stärken. Was dir leicht fällt, hältst du oft für selbstverständlich. Dabei liegt darin häufig genau das, was dich einzigartig macht.
Drei Methoden, um deine Stärken zu entdecken
A) Reflected Best Self, die Spiegel Methode
Frage fünf bis sieben Personen aus verschiedenen Bereichen deines Lebens, also Kollegen, Freunde oder Familie:
- Was schätzt du besonders an mir?
- In welchen Situationen hast du mich erlebt, in denen ich richtig gut war?
- Worum beneidest du mich manchmal?
Die Antworten zeigen dir deine Stärken aus einer Außenperspektive.
B) Analyse deiner Flow Momente
Erinnere dich an Situationen, in denen du völlig in einer Tätigkeit aufgegangen bist:
- Was hast du genau gemacht?
- Welche Fähigkeiten hast du dabei eingesetzt?
- Was hat dich an dieser Tätigkeit so fasziniert?
C) Die Erfolgs Retrospektive
Denke an fünf Situationen, in denen du besonders erfolgreich warst:
- Welche Kompetenzen hast du genutzt?
- Was war der gemeinsame Nenner dieser Erfolge?
- Welche Stärken haben den Erfolg möglich gemacht?
Erstelle dein persönliches Stärken Profil
- Fachliche Stärken (Hard Skills): zum Beispiel Datenanalyse, Projektmanagement, Finanzplanung
- Persönliche Stärken (Soft Skills): zum Beispiel Empathie, Kommunikation, Problemlösung
- Methodische Stärken: zum Beispiel strukturiertes Denken, Kreativität, strategisches Planen
Schritt 4: Vision entwickeln, wo du in 3 bis 5 Jahren stehen willst
Ohne eine klare Vision bewegst du dich häufig ziellos. Eine kraftvolle Karrierevision gibt dir Orientierung und Motivation.
Die drei Säulen einer starken Karrierevision
- Strategie (Kopf): Was ist rational sinnvoll?
- Welche Position, Rolle oder Branche passt zu deinen Zielen?
- Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es dort?
- Gefühl (Herz): Was fühlt sich wirklich stimmig an?
- Bei welcher Vorstellung spürst du Energie und Vorfreude?
- Welche Tätigkeit würde dich innerlich erfüllen?
- Leidenschaft (Bauch): Wofür brennst du?
- Was würdest du tun, selbst wenn du nicht dafür bezahlt würdest?
- Welches Problem möchtest du in der Welt lösen?
Praktische Übung: Zukunfts Visualisierung
Stelle dir vor: Es ist fünf Jahre in der Zukunft und du erlebst einen perfekten Arbeitstag.
- Wo bist du?
- Was machst du genau?
- Mit wem arbeitest du zusammen?
- Welchen Beitrag leistest du?
- Wie fühlst du dich in dieser Situation?
Schreibe diese Vision auf. Sie ist dein Nordstern für die nächsten Jahre.
Formuliere dein Karriere Leitbild
Ein gutes Karriere Leitbild beantwortet drei Fragen:
- Was will ich erreichen? (Ziel)
- Warum will ich das erreichen? (Purpose)
- Wie will ich es erreichen? (Werte und Prinzipien)
Beispiel:
„Ich will als Führungskraft in der Technologiebranche Teams zu außergewöhnlichen Leistungen befähigen,
indem ich durch authentische Führung und ein Ownership Mindset eine Kultur der Verantwortung aufbaue.“
Schritt 5: Realitätscheck, ist dein Ziel erreichbar?
Träume sind wichtig, brauchen aber einen Abgleich mit der Realität. Ein ehrlicher Realitätscheck verhindert, dass du viel Zeit in Ziele investierst, die aktuell nicht passen.
Die Realitätscheck Checkliste
Fähigkeiten und Erfahrung
- Passen meine aktuellen Fähigkeiten zu meinem Ziel?
- Welche Skills fehlen mir noch?
- Kann ich diese Lücken durch Weiterbildung, Projekte oder Mentoring schließen?
Markt und Nachfrage
- Gibt es einen Markt für diesen Job oder diese Rolle?
- Wie entwickelt sich die Branche langfristig?
- Welche Qualifikationen werden dort besonders gesucht?
Lebensumstände
- Passt das Ziel zu meiner aktuellen Lebenssituation, zum Beispiel Familie, Finanzen, Wohnort?
- Welche Kompromisse müsste ich eingehen?
- Bin ich bereit, diese Kompromisse wirklich zu tragen?
Prototyping: Teste dein Ziel, bevor du kündigst
Bevor du große Schritte gehst, teste deine neue Richtung im Kleinen:
- Übernimm Projekte in deinem aktuellen Job, die in die gewünschte Richtung gehen.
- Führe Informationsgespräche mit Menschen, die schon dort sind, wo du hin möchtest.
- Starte ein Nebenprojekt oder eine Weiterbildung in dem Bereich.
- Nutze Job Shadowing oder kurze Hospitationen.
Wenn dein Ziel den Realitätscheck nicht besteht:
- passe es an, zum Beispiel mit kleineren Schritten oder einem anderen Zeitrahmen
- suche Alternativen, die deine zentralen Werte ebenfalls erfüllen
- entwickle einen Plan B, der Sicherheit gibt
Schritt 6: Handlungsplan erstellen, vom Ziel zur Umsetzung
Ein Ziel ohne Plan bleibt ein Wunsch. Jetzt geht es darum, deine Vision in konkrete und umsetzbare Schritte zu übersetzen.
Das SMART Prinzip für Karriereziele
Dein nächster Karriereschritt sollte diese Kriterien erfüllen:
- Spezifisch: klar definiert
- Messbar: du erkennst eindeutig, wann du das Ziel erreicht hast
- Attraktiv: das Ziel motiviert dich wirklich
- Realistisch: erreichbar mit deinen Ressourcen
- Terminiert: versehen mit einem konkreten Zeitrahmen
Die Drei Horizonte Methode
Kurzfristig (3 bis 6 Monate):
- Was kannst du jetzt tun?
- Beispiele: Weiterbildung starten, Netzwerk aufbauen, ersten Bewerbungsentwurf schreiben.
Mittelfristig (6 bis 18 Monate):
- Welche Zwischenziele bringen dich deinem großen Ziel näher?
- Beispiele: Zertifizierung abschließen, intern Position wechseln, erste Gespräche führen.
Langfristig (2 bis 5 Jahre):
- Wo möchtest du dann stehen?
- Beispiele: Führungsposition, erfolgreicher Branchenwechsel, eigenes Business etabliert.
Praktische Übung: Der 90 Tage Sprint
Definiere drei konkrete Aktionen für die nächsten 90 Tage:
- Wissen erweitern: Welches Wissen oder welche Fähigkeit brauchst du, zum Beispiel Online Kurs, Fachbuch, Mentor?
- Netzwerk aufbauen: Mit welchen fünf Personen möchtest du sprechen, zum Beispiel über LinkedIn, Xing oder Branchen Events?
- Sichtbarkeit erhöhen: Wie machst du deine Expertise sichtbar, zum Beispiel LinkedIn Artikel, internes Projekt, Vortrag?
Meilensteine definieren
Unterteile dein großes Ziel in messbare Meilensteine:
- Meilenstein 1: Weiterbildung abgeschlossen
- Meilenstein 2: zehn Netzwerkgespräche geführt
- Meilenstein 3: erste Bewerbung verschickt
- Meilenstein 4: Vorstellungsgespräch absolviert
Schritt 7: Commitment und Accountability, bleib dran
Der schwierigste Teil ist selten der Plan. Die echte Herausforderung liegt in der Umsetzung im Alltag.
Warum viele Karriereveränderungen scheitern
- fehlende Verbindlichkeit
- keine regelmäßige Überprüfung
- mangelnde Unterstützung
- zu große Schritte, die überfordern
So bleibst du langfristig dran
1. Schaffe Verbindlichkeit
- Teile dein Ziel mit einer Vertrauensperson.
- Suche dir einen Accountability Partner mit ähnlichen Zielen.
- Arbeite mit einem Coach, der dich begleitet.
2. Etabliere Rituale
- Wöchentliches Review: Was hast du diese Woche für dein Ziel getan?
- Monatliche Reflexion: Bist du noch auf Kurs und was musst du anpassen?
- Quartalsweise Meilenstein Checks: Hast du deine Zwischenziele erreicht?
3. Feiere kleine Erfolge
- Jeder Meilenstein verdient Anerkennung.
- Belohne dich bewusst für Fortschritte, auch für kleine.
- Dokumentiere deine Erfolge, zum Beispiel in einem Portfolio oder Journal.
4. Bleib flexibel
- Passe deinen Plan an, wenn sich Umstände ändern.
- Neue Erkenntnisse dürfen deine Richtung verändern.
- Fehler gehören dazu und sind Lernschritte, keine endgültigen Niederlagen.
Die 10 Prozent Regel
Investiere mindestens zehn Prozent deiner Zeit in deine berufliche Weiterentwicklung:
- Bei einer 40 Stunden Woche sind das vier Stunden pro Woche.
- Diese Zeit kannst du zum Lernen, Netzwerken, Bewerben, für Coaching oder Reflexion nutzen.
Deine Berufliche Klarheit Checkliste
Nutze diese Checkliste, um deinen Fortschritt auf dem Weg zu mehr beruflicher Klarheit zu tracken.
Phase 1: Selbstkenntnis, Schritte 1 bis 3
- Energie Audit durchgeführt über eine Woche
- Top fünf Werte identifiziert und priorisiert
- Stärken Profil erstellt mit fachlichen, persönlichen und methodischen Stärken
- Reflected Best Self Interviews mit mindestens fünf Personen geführt
- Flow Momente bewusst analysiert
Phase 2: Orientierung, Schritte 4 und 5
- Karrierevision für die nächsten drei bis fünf Jahre formuliert
- persönliches Karriere Leitbild geschrieben
- Realitätscheck mit Fähigkeiten, Markt und Lebensumständen durchgeführt
- Prototyping Aktionen definiert
- Informationsgespräche mit mindestens drei Personen geführt
Phase 3: Umsetzung, Schritte 6 und 7
- SMART Ziel für den nächsten Karriereschritt formuliert
- 90 Tage Sprint mit drei konkreten Aktionen geplant
- Meilensteine definiert
- Accountability Partner gefunden
- wöchentliches Review Ritual etabliert
- erste konkrete Schritte umgesetzt
Typische Stolpersteine und wie du sie vermeidest
Stolperstein 1: Perfektionismus
„Ich warte, bis ich hundert Prozent sicher bin.“
Lösung: Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Starte mit 80 Prozent Klarheit und passe unterwegs an.
Stolperstein 2: Analyse Paralyse
„Ich brauche noch mehr Informationen.“
Lösung: Setze dir ein klares Zeitlimit für die Analysephase und komme dann konsequent ins Handeln.
Stolperstein 3: Angst vor Veränderung
„Was, wenn ich einen Fehler mache?“
Lösung: Der größere Fehler besteht darin, dauerhaft in einem Job zu bleiben, der dich unglücklich macht.
Stolperstein 4: Externe Erwartungen
„Was werden andere denken?“
Lösung: Es ist dein Leben. Niemand sonst muss mit den Folgen deiner Entscheidungen leben.
Stolperstein 5: Unrealistische Zeiterwartungen
„Ich will in drei Monaten alles verändern.“
Lösung: Nachhaltige Karriereveränderungen brauchen Zeit. Plane realistisch und denke langfristig.
Dein nächster Schritt: Starte jetzt
Berufliche Klarheit ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
Er beginnt mit einer Entscheidung, der Entscheidung, dass du es dir wert bist, beruflich erfüllt zu sein.
Deine Aktion für heute
Nimm dir 30 Minuten Zeit und beantworte diese drei Fragen schriftlich:
- Was macht mich in meiner aktuellen Situation wirklich unglücklich?
- Wenn ich alle Ängste beiseite lege, was würde ich wirklich tun wollen?
- Welchen einen Schritt kann ich diese Woche gehen, um meiner Vision näher zu kommen?
Diese drei Fragen bilden den Anfang. Alles Weitere ist ein Prozess, den du Schritt für Schritt gehen kannst.
Fazit: Klarheit ist Macht
Wenn du weißt, wer du bist, was du willst und wohin du gehst, triffst du Entscheidungen aus einer Position der Stärke.
Du bist dann nicht mehr Spielball äußerer Umstände, sondern Gestalter deiner Karriere.
Die 7 Schritte Methode gibt dir ein klares Framework, um berufliche Klarheit zu entwickeln:
- Selbstreflexion: Verstehe deine aktuelle Situation.
- Werte identifizieren: Definiere deinen inneren Kompass.
- Stärken erkennen: Entdecke, was dich einzigartig macht.
- Vision entwickeln: Bestimme, wo du langfristig hin möchtest.
- Realitätscheck: Prüfe die Machbarkeit deiner Ziele.
- Handlungsplan: Übersetze deine Vision in konkrete Schritte.
- Commitment: Bleib dran und setze konsequent um.
Berufliche Klarheit ist nicht das Endziel, sondern der Ausgangspunkt für ein erfülltes Arbeitsleben.
Bist du bereit, den ersten Schritt zu gehen?
Über den Autor
Als Business und Leadership Coach begleite ich Menschen dabei, berufliche und private Klarheit zu entwickeln
und echte Ownership für ihre Karriere zu übernehmen. Mein Ansatz verbindet strategisches Denken mit
tiefer Selbstreflexion. So entsteht nachhaltige Veränderung, die von innen kommt und im Außen sichtbar wird.
Brauchst du Unterstützung bei deinem Karriereschritt?
Wenn du dir Begleitung auf deinem Weg zu mehr beruflicher Klarheit wünschst, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.
Gemeinsam finden wir heraus, welcher nächste Schritt für dich stimmig und realistisch ist.